Palia Nikiti
Die Altstadt von Nikiti
Zehn Minuten bergauf liegt das Dorf, vor dem das Dorf einmal geflohen ist.
Foto: Mihail Sotirov / Wikimedia Commons, gemeinfrei
Palia Nikiti
Zehn Minuten bergauf liegt das Dorf, vor dem das Dorf einmal geflohen ist.
Die meisten Gäste sehen von Nikiti die Promenade, den Strand und die Tavernen am Wasser. Das ist der jüngere Teil des Ortes. Der ältere liegt zehn Minuten bergauf — und er ist der Grund, warum es Nikiti überhaupt gibt.
Die Siedlung geht auf das späte byzantinische Mittelalter zurück. Der Überlieferung nach zogen im 14. Jahrhundert die Bewohner der Küstensiedlungen Elia, Kastri und Agios Georgios ins Landesinnere hinauf — nicht der Aussicht wegen, sondern weil die Küste vor Piraten nicht mehr sicher war. Ein Dorf auf einem Hügel sieht Boote kommen, ein Dorf am Strand nicht.
Unter osmanischer Herrschaft wurde Nikiti eines der größten Dörfer Chalkidikis. Erst nach der Befreiung in den Balkankriegen 1912 verlor der Hügel seinen Zweck: die Bewohner bauten neue Häuser unten am Wasser, das Oberdorf wurde nach und nach aufgegeben und verfiel. Dass man heute überhaupt hindurchgehen kann, liegt an der Restaurierung, die im späten 20. Jahrhundert mit dem Tourismus einsetzte.
Die Häuser, die dort stehen, stammen überwiegend aus der Zeit zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und den 1930er Jahren — makedonische Steinbauweise, Holzbalkone, Innenhöfe, rote Ziegeldächer, Kopfsteinpflaster. Der Kern der Bausubstanz reicht stellenweise bis in die 1830er Jahre zurück.
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Die Hauptkirche des alten Dorfes steht auf dem höchsten Punkt, mit Blick über den Toroneos-Golf. Gebaut wurde sie um 1867. Bemerkenswerter als das Datum ist der Untergrund: Die Kirche steht auf den Fundamenten eines antiken Wachturms. Der Hügel wurde schon einmal aus demselben Grund genutzt wie im 14. Jahrhundert.
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Unscheinbar und leicht zu übersehen, aber das älteste Bauwerk des Ortes: die Kirche am Friedhof stammt aus dem 16. Jahrhundert — zwei Jahrhunderte älter als alles andere, was oben steht.
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Die alte Volksschule stammt aus derselben Zeit wie die Hauptkirche und beherbergt heute das Historische und Folklore-Museum von Nikiti. Dokumentiert wird unter anderem die Imkereitradition — Nikiti gilt als einer der bedeutendsten Honigproduktionsorte Europas, und das ist keine Marketingzeile, sondern der zweite wirtschaftliche Grund, warum der Ort existiert. Der erste ist die Olive.
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Frühchristliche Basilika mit Mosaikböden, aus dem 5. Jahrhundert — also aus einer Zeit, in der weder das Oberdorf noch das Unterdorf existierten. Nikiti ist älter als beide seiner Ortsteile.
Der Weg beginnt dort, wo an der Küstenstraße die Geschäfte aufhören, und führt von da an bergauf. Für den Rundgang hin und zurück sollten Sie rund 45 Minuten rechnen — nicht wegen der Entfernung, sondern wegen der Steigung und des Kopfsteinpflasters. Feste Schuhe sind keine schlechte Idee, Sandalen mit dünner Sohle schon.
Oben liegt der Dorfplatz mit einer alten Platane und einem Tavernenbereich daneben. Von dort geht der Blick über die Ziegeldächer und die Olivenhaine hinweg auf den Toroneos-Golf und die Halbinsel Kassandra gegenüber.
Freitagvormittags ist Wochenmarkt in Nikiti, etwa von halb neun bis halb zwei: Fisch, Oliven, Olivenöl. Er gilt als wenig touristisch, weil auch die Einheimischen dort einkaufen. In der Nachbarschaft ist mittwochs Nea Moudania, donnerstags Neos Marmaras und samstags Sykia dran.
Abends zurück, ohne zu fahren.
Blue Breeze liegt im neuen Ortsteil — die Gassen des alten Dorfes sind ein Spaziergang, kein Ausflug.
Zur Unterkunft Wie Sie überhaupt herkommen: Anreise nach Nikiti.